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Integration sorgt für Zoff unter Elternvertretern

12.03.2011 20:59 (Kommentare: 0)

Ostseezeitung | lokal | HGW | vom 12.03.2011

Greifswald (OZ) - Der Streit um die Integration von Förderkindern in Regelschulen nimmt groteske Züge an. Während der Stadtelternrat es vorige Woche begrüßte, dass Ministerpräsident Erwin Sellering (CDU) die Pläne des Bildungsministers Henry Tesch (CDU) zur zügigen Ausweitung des Rüganer Modellversuchs vorerst auf Eis legte, fällt der Vorsitzende des Landeselternrates den Hansestädtern jetzt in den Rücken. Laut Aussage von Holger Kohlhause sei die Mehrheit der Eltern, aber auch der Lehrerschaft enttäuscht über Sellerings Stopp (OZ berichtete gestern).

„Das stimmt einfach nicht“, kritisiert Claudia Metz, Vorsitzende des Stadtelternrates und Vorstandsmitglied im Landeselternrat, Kohlhauses Aussagen. Das Gegenteil sei der Fall: Überall gebe es große Bedenken zu Teschs Plänen. Dessen „überhastete Einführung der Integration zum neuen Schuljahr hätte mehr Chaos ausgelöst als die jetzt erfolgte Aufschiebung“, sagt Metz. Der Offene Brief des Stadtelternrates, der Sellerings Entscheidung maßgeblich beeinflusste, sei in Einmütigkeit der 15 Mitglieder verfasst worden, versichert sie. Man würde deshalb jetzt über Konsequenzen nach Kohlhauses Alleingang nachdenken.

Bestärkt wird sie darin von Andrea Kähler, ebenfalls Mitglied im Landeselternrat. Als Vorsitzende des Kreiselternrates von Rügen weiß die vierfache Mutter, wovon sie redet: „Ich bin froh, dass es an diesem Punkt durch die wieder von oben angewiesene Erweiterung der neuen Schulform zu einem Eklat gekommen ist und der Ministerpräsident alles Weitere gestoppt hat.“ In einem ausführlichen Brief, der der OZ vorliegt, schreibt Andrea Kähler über ihre Erfahrungen auf der Insel. Ihr Fazit: Viel zu schnell wurde das eigentlich gute Ziel der Integration auch auf Rügen durchboxt: „Hier wurde von oben angewiesen.“ Genau so sieht es Klaus Goßlau, Vorsitzender des Stadtelternrates Stralsund und Chef des Förderausschusses im Landeselternrat: Zum Modell Rügen würden „nur lauter positive Meldungen zugelassen.

Kontrollen durch unabhängige Beobachter sind nicht gewollt. Schon Anflüge einer Kritik werden einfach abgetan“, macht Goßlau seinem Ärger Luft.

Beispiel Sonderpädagogen. Da diese in MV kaum noch ausgebildet würden, „haben auch die ,normalen‘ Lehrerstudenten keinerlei sonderpädagogische Vorlesungen mehr“, weiß der Elternvertreter und erklärt:

„Aus dieser Sicht ist es für die Kinder und Lehrer auf Dauer nicht zumutbar, nur ,halb ausgebildete‘ Sonderpädagogen als ,Feuerwehr‘ für wenige Stunden in die Klassen zu schicken.“ Nur ein Kritikpunkt von vielen an Teschs ehrgeizigen Plänen, wie auch die gestrige Erklärung des Städte- und Gemeindetages beweist. Die Einführung der integrativen Beschulung sei „überstürzt“ worden, sagt Vorsitzender Reinhard Dettmann und fordert einen „intensiveren Dialog mit Eltern, Schülern, Lehrern und Schulträgern“.

Vor der Ausweitung der Integration müsse zunächst das Pilotprojekt auf Rügen ausgewertet werden. Der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages, Michael Thomalla, fordert daneben, die räumlichen Gegebenheiten an den Schulen zu berücksichtigen. Häufig stünden zusätzliche Räume für die Arbeit in kleinen Gruppen gar nicht zur Verfügung. Auch bei den üblichen Klassengrößen erscheine eine ausreichende Förderung aller Kinder nur schwer zu verwirklichen, so Thomalla.

P. Hase

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